Poli-Klinik

Poliklinik

Der Begriff Poliklinik leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet im Grunde genommen so viel wie Stadtkrankenhaus. Heute versteht man darunter häufig eine Abteilung im Krankenhaus, die für die ambulante Behandlung von Patienten zuständig ist. Die geschichtliche Entwicklung der Poliklinik ist dabei besonders interessant.

Ursprünglich handelte es sich bei der Klinik um ein Krankenhaus, in dem angehende Mediziner ausgebildet wurden. Demnach wurden hier nur Patienten aufgenommen, deren Fälle für die Ausbildung interessant waren. Zu dieser Klinik gehörte dann noch eine Poliklinik, in der die übrigen Patienten mit weniger „interessanten“ Erkrankungen behandelt wurden.

 

Poliklinik in der ehemaligen DDR

Weit verbreitet war das Modell der Poliklinik dagegen in der DDR. Diese selbstständigen, staatlichen ambulanten Kliniken vereinten Mediziner aus mindesten vier verschiedenen Fachbereichen unter einem Dach. Die Poliklinik war zu DDR-Zeiten allerdings nicht mit einem Krankenhaus verbunden, sondern agierte vollkommen selbstständig. Bei der ambulanten Behandlung der DDR-Bürger spielten die Polikliniken damals die wichtigste Rolle.

Bautechnisch wurden in diesen Einrichtungen oft klinikähnliche Strukturen erreicht. Allerdings war das Aus der Polikliniken mit der Wiedervereinigung Deutschlands beschlossene Sache. Stattdessen sollten die Ärzte sich in eigenen Praxen niederlassen, anstatt zusammen zu arbeiten.

 

Poliklinik wieder in der Diskussion

Wie es nach der Wiedervereinigung üblich war, wurden viele Strukturen der ehemaligen DDR zunächst zerstört, da sie ja aufgrund der allgemeinen Entwicklung dieses deutschen Staats nicht viel bringen konnten. Jahre später besinnt man sich immer häufiger auf die einstigen Institutionen der DDR und so ist die Poliklinik wieder im Gespräch, die doch viele Vorteile in sich vereint.

So können teure Apparate, wie Röntgengeräte, und Räume zusammen genutzt werden. Auch das Personal, etwa für die Anmeldung, können sich mehrere Ärzte miteinander teilen. Die zentrale Verwaltung ist ein weiterer Vorteil. Werden die Ärzte in der modernen Poliklinik dann auch noch fest angestellt, können sie sich über sichere Einnahmen freuen. Die Krankenkassen profitieren dagegen von geringeren Kosten und Patienten winken kurze Wege bei Überweisungen. Zusätzlich können sich Ärzte über einen Fall einfacher austauschen und durch das feste Gehalt der Ärzte wird das Risiko minimiert, dass Behandlungsmethoden nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung ausgewählt werden.

Zu den Nachteilen wird vor allem die nötige zentrale Lage der Poliklinik gezählt. Die Patienten müssen also längere Anfahrten in Kauf nehmen. Zudem ist eine hauptamtliche Verwaltung vonnöten und die feste Bezahlung der Ärzte kann zu geringerer Motivation führen. Das wiederum kann lange Wartezeiten für den Patienten mit sich bringen.